Kredit-Versicherung, Ratenversicherung - brauch ich das?

Frage: Brauche ich die Kredit-Versicherung, Ratenversicherung zu meinem Kredit? 

Kurze Antwort: Die Ratenversicherung zum Kredit kann durchaus Sinn machen. Ob es sich Ihrem persönlichen Fall lohnt, hängt sowohl von Ihrer familiären und finanziellen Situation, als auch von Ihrer persönlichen Risikobereitschaft ab. 

Sie sehen, die Antwort ist nicht ganz einfach. Darum haben wir eine Übersicht zum Thema Kredit-Versicherung und Ratenversicherung für Kredit-Kunden zusammengestellt, mit dem Ziel, dass Sie die Frage selber beantworten können. 

Hier unsere ausführliche Antwort:  

 

1. Was sind die Leistungen der Kredit-Versicherung (oft auch Ratenversicherung oder Payment Protection Insurance, kurz PPI, genannt):

Die Kredit-Versicherung bezahlt die monatlichen Raten für Ihren Kredit an die Kreditbank, falls einer der definierten Schadenfälle eintritt. Bei den meisten Versicherungen sind dies: unfreiwillige Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit oder Unfall. Bei vollständiger Erwerbslosigkeit, (Sie arbeiten gar nicht mehr) bezahlt die Versicherung den Kredit für Sie zurück.

Die Versicherung empfiehlt sich unseres Erachtens dann, wenn Ihr Haushaltsbudget von einem einzigen Einkommen abhängig ist, oder wenn Ihr Budget durch den Verlust des Einkommens des Kreditnehmers stark unter Druck kommen würde.

Wichtig: Die Versicherung deckt wichtige, relevante Schadenfälle ab und gibt Ihnen finanzielle Sicherheit. Beachten Sie jedoch, dass nur Schadenfälle des Kreditnehmers (=Versicherungsnehmers) versichert sind, und nicht die Schadenfälle aller Familienangehöriger. Das heisst, wenn Herr Meier den Kredit und die Ratenversicherung unterschrieben hat, dann ist nur Herr Meier durch die Versicherung gedenkt, auch wenn im Antrag und in der Budgetprüfung das Einkommen von Frau Meier einbezogen wurde. Wenn Frau Meier nun Ihre Arbeit verlieren sollte, dann bezahlt die Versicherung nicht.

 

2. Der Teufel liegt in den Details! – Die Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB)

Mit Ausschlüssen und Fristen halten die Versicherungsanbieter Ihre eigenen Kosten tief ohne die Attraktivität der Versicherung auf den ersten Blick zu verringern. Als Konsument lohnt es sich darum, bei den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) insbesondere bei: „Ausschluss“, „Keinen Anspruch …“, „Karenzzeit“ oder „Leistungsbeschränkung“ genau hinzusehen.

Ausschlüsse“: Bei den meisten Kreditversicherungen sind „bestehende Leiden“ ausgeschlossen. Lesen Sie diesen Teil genau, denn wir alle haben ein kleines Wehwehchen, welches wir im Alltag gerne vergessen. Die Versicherungsexperten werden dies sicherlich nicht tun, wenn es dann um die Leistungserbringung für Ihren Schadenfall geht. Oft sind auch „Extremsportarten“ ausgeschlossen. Da die wenigsten von uns Fallschirmspringer oder Tiefseetaucher sind, sollten diese Ausschlüsse nur Wenigen von uns im Weg stehen. Wie sieht es aber mit Motoradfahren oder Snowboarden aus? Die sind bei einigen Anbietern auch ausgeschlossen.

Mit „Fristen“ ist meist gemeint, dass die Versicherung erst nach Ablauf der Frist (z.B. 30 Tage) die erste Rate an die Kreditbank bezahlt. Das heisst, dass Sie bei einem Schadenfall einen Monat warten müssen bis dass die Versicherung mit der Leistungserbringung beginnt.

Die „Karenzfrist“ ist bedeutend heimtückischer als die oben genannte „Frist“. Während der Karenzfrist (z.B. den ersten 60 Tagen der Ratenversicherung) ist ein Schadenfall von der Versicherung komplett ausgeschlossen.

Beispiel: Herr Müller erhielt am 1. Juli einen Kredit und entschied sich auch für die Ratenschutzversicherung. Am 15. August, also 46 Tage nach Beginn der Versicherung erhält er die Kündigung von seinem Arbeitgeber. Weil dieser Schadenfall innerhalb der 60-tägigen Karenzfrist für Arbeitslosigkeit stattgefunden hat, erhält Herr Müller keinerlei Leistung von der Ratenversicherung für diesen Schadensfall, auch nach Ablauf der Karenzfrist nicht.

Mit „Leistungsbeschränkung“ ist bei den Kredit-Versicherungen meist die Dauer der Leistung in einem Schadenfall gemeint. Konkret heisst dies zum Beispiel, dass bei unfreiwilliger Arbeitslosigkeit die Kreditraten während maximal 12 Monaten (z.B. bei Genworth) bezahlt werden. Sollten Sie nach 12 Monaten noch keine Arbeit gefunden haben, so endet die Leistung der Versicherung trotzdem und Sie müssen für die Ratenzahlung ab Monat 13 wieder selber aufkommen. Oft wird auch die maximale Leistung der Versicherung (d.h. die maximale Anzahl Monatsraten bei Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit, oder der maximaler Rückzahlungsbetrag bei vollständiger Erwerbslosigkeit) auf die Laufzeit der Versicherung beschränkt. So zum Beispiel beschränkt die Genworth die Anzahl geleisteter Monatsraten auf 36 über die Laufzeit des Vertrags.

Wichtig: Lesen Sie die Allgemeinen Versicherungsbedingungen genau, denn nur Sie wissen welche Ausschlüsse in Ihrem persönlichen Fall relevant sind. Und um eine genaue Übersicht der Versicherungsleistung dem Preis gegenüberstellen zu können, müssen Sie die wichtigsten Leistungseckpfeiler verstehen.

 

3. Der hohe Preis

Die Ratenversicherung ist teuer und die Kreditbanken profitieren zweifach: Zum einen reduzieren Sie auf Kosten des Kreditnehmers ihr eigenes Kreditausfalls-Risiko, denn die Versicherung bezahlt im Schadenfall die Kreditraten für den versicherten Kunden an die Kreditbank. Als zweites verdient die Kreditbank an jeder verkauften Ratenversicherung gut mit. Unter diesen Voraussetzungen ist es kaum erstaunlich, dass die Ratenversicherungen im Verkaufsprozess des Konsumkredits bei allen Kreditbanken vollumfänglich integriert sind. Das führt unseres Erachtens immer wieder zu Verwirrung beim Konsumenten, denn dieser ist sich nicht immer bewusst, dass die Versicherung ein freiwilliger Zusatz zum Kredit ist.

Als Vermittler erhalten wir auch eine Provision für jede verkaufter Versicherung von den Kreditbanken. Nichts desto trotz haben wir uns von credix.ch entschlossen, die Freiwilligkeit der Ratenversicherung dem Kunden klar und deutlich zu kommunizieren. Wir tun dies zum Beispiel in dem wir mit einem gelben Leuchtstift die Freiwilligkeit der Versicherung auf dem Vertragsdokument unterstreichen, deutlich und klar.

Wichtig: Der Abschluss der Kredit-Versicherung ist freiwillig. Die Gewährung des Kredits kann nicht vom Abschluss der Ratenversicherung abhängig gemacht werden.

 

3. Zusammenfassung

Zusammenfassend hier die wichtigen Frage, welche Sie sich stellen müssen im Zusammenhang mit der Kredit-Versicherung oder Ratenversicherung:

1. Wie abhängig ist mein Haushaltsbudget vom Einkommen der versicherten Person? Kann ich zum Beispiel im Falle von Arbeitslosigkeit mit 80% des Einkommens (RAV Gelder bei unfreiwilliger Arbeitslosigkeit) allen meinen Verpflichtungen nachkommen? 
2. Gibt es Ausschlüsse oder Beschränkungen der Leistungen, welche den Wert der Versicherung in meinem speziellen Fall verringern? 
3. Ist mir der Preis der Versicherung die erkaufte Ruhe oder Sicherheit wert?.

Wir hoffen Ihnen mit diesem Überblick den Entscheidungsprozess für oder gegen die Ratenversicherung einfacher gemacht zu haben. Sie können uns immer kontaktieren, falls Sie noch zusätzliche Fragen oder Anregungen zu diesem Thema haben.

 

Mehr Information zu den gängigen Kredit- und Raten-Versicherungen im Schweizer Kreditmarkt:

Genworth (GE Money Bank) 
Nationale Suisse (BANK-now) 
Cardif (Cashgate, cashare)

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